Die DIN 18122 ist in Niederbayern kein abstrakter Normtext. Im Landshuter Stadtgebiet treffen eiszeitliche Lösslehme auf tertiäre Tone und Mergel – Schichten, deren Konsistenz sich schon bei geringen Wassergehaltsänderungen sprunghaft verändert. Das Baugrundinstitut Isar-Donau e.V. dokumentiert in seinem regionalen Baugrundatlas für den Großraum Landshut über 60 Prozent bindige Deckschichten mit ausgeprägter Plastizität. Die Atterberg-Grenzen liefern hier die entscheidende Kennziffer, bevor ein Bagger überhaupt anrollt. Fließgrenze und Ausrollgrenze stecken den Konsistenzbereich des Bodens ab und bestimmen direkt die zulässige Sohlspannung für Flachgründungen. Das Verfahren wird im Labor nach strikten Vorgaben der DIN EN ISO 17892-12 durchgeführt und ist fester Bestandteil jedes Baugrundgutachtens, das wir in Landshut erstellen. Gerade in den Hanglagen oberhalb der Isarauen verhindert diese einfache, aber präzise Klassifikation spätere Setzungsschäden an der Bausubstanz. Wer die Plastizitätszahl ignoriert, riskiert unkalkulierbare Hebungen und ein vorzeitiges Ende der Standsicherheit.
Die Plastizitätszahl ist der Fingerabdruck des Feinkorns. Sie verrät mehr über das Verformungsverhalten eines bindigen Bodens als jede Rammsondierung.



