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Seismische Mikrozonierung in Landshut – präzise Gefährdungsanalyse

Baugrundgutachten, auf die Sie bauen können.

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In der Altstadt von Landshut haben wir ein Sanierungsprojekt begleitet, bei dem der Baugrund mehr Fragen aufwarf als der Denkmalschutz. Unterhalb der Trausnitz auf der hochgelegenen Schotterterrasse traten bei einer ersten orientierenden Messung völlig andere Bodenverstärkungsfaktoren auf als im tiefer gelegenen Griesviertel nahe der Isar. Genau das zeigt, warum eine pauschale Einstufung nach der Erdbebenzonenkarte allein nicht ausreicht. Eine seismische Mikrozonierung liefert das räumlich hochaufgelöste Bild der tatsächlichen Untergrunddynamik – für jedes einzelne Baufeld in Landshut. Die quartären Kiese und die darunter lagernden tertiären Tone des Molassebeckens reagieren spektral unterschiedlich, und diese Unterschiede haben wir in einem MASW Profil entlang der Wittelsbacherstraße kartiert, bevor überhaupt der erste Bagger rollte.

Ein Mikrozonierungsatlas ist keine Pflichtübung, sondern die einzige Methode, um lokale Beckeneffekte und Resonanzphänomene in Landshut rechnerisch greifbar zu machen.

Unsere Leistungsbereiche

Unser Ansatz

Viele denken bei Landshut zuerst an die gotische Martinskirche und nicht an Erdbebeningenieurwesen. Doch die Randlage zur seismisch aktiven Alpenfront und die weichen Lockersedimente im Isartal erzeugen lokal durchaus relevante Resonanzeffekte, die bei mittleren Frequenzen Bauwerksschäden auslösen können. Wir kombinieren für die Mikrozonierung aktive und passive seismische Verfahren mit tiefen Bohrlochversuchen. Das reine Scherwellenprofil aus einem Array sagt noch nichts über das nichtlineare Verhalten bei starken Erschütterungen aus; deshalb ergänzen wir die Feldkampagne mit dynamischen Triaxialversuch en im Labor, um die Dämpfungskurven für die lokalen Schichten zu kalibrieren. Ein Standardprodukt unserer Analyse ist die Karte der fundamentalen Bodenperiode T0 – entscheidend, um die Stockwerksresonanz eines Neubaus zu vermeiden. Für das Klinikum Landshut-Achdorf haben wir so gezielt die Bauwerkseigenfrequenzen gegen die Untergrundperiode detuned.
Seismische Mikrozonierung in Landshut – präzise Gefährdungsanalyse
Technische Referenz — Landshut

Standortspezifische Faktoren

Ein 12-Kanal-Geophonstreifen liegt ausgelegt auf dem Pflaster der Neustadt, daneben ein funkvernetzter Dreikomponenten-Recorder für das mikroseismische Rauschen. Die größte Unsicherheit in der Mikrozonierung ist nicht das Messrauschen, sondern die Heterogenität der Landshuter Terrassensedimente. Zwischen dem Hofberg und der Isar wechseln die Mächtigkeiten der quartären Kiese auf wenigen Metern so stark, dass ein einzelnes Sondierprofil die Standortklasse C oder B auf kürzester Distanz falsch zuordnen könnte. Deshalb interpolieren wir nicht einfach zwischen Bohrungen, sondern nutzen geostatistische Verfahren mit externer Drift, um die räumliche Verteilung der Scherwellengeschwindigkeit zu modellieren. Ohne diese Interpolationsvalidierung besteht das Risiko, dass ein Bauwerk in einer unerkannten lokalen Sedimentlinse steht und bei einem Ereignis mit Magnitude 4 oder 5 in der Alpenvorland-Tiefscholle unerwartet hohe Spektralbeschleunigungen erfährt.

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Geltende Normen

DIN EN 1998-1:2010-12 mit Nationalem Anhang DIN EN 1998-1/NA:2021-07, DIN 4150-1:2022-03 (Erschütterungen im Bauwesen), DIN EN ISO 22475-1:2022-02 (Geotechnische Erkundung)

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Max. untersuchte Tiefe im Isartalbis 80 m u. GOK
Frequenzbereich der Auswertung0.2 – 15 Hz
Messraster in urbanen Gebieten200 m × 200 m
ReferenznormDIN EN 1998-1/NA
Verfahren zur StandortklassifizierungVs30 + T0 + H/V-Spektralanalyse
Typische Untergrundklassen in LandshutB (Schotter) und C (Talfüllung)

Gängige Fragen

Benötigt ein Einfamilienhaus in Landshut eine seismische Mikrozonierung?

In der Regel nicht für Standardwohnbauten der Bedeutungskategorie I oder II. Eine Mikrozonierung ist immer dann sinnvoll, wenn das Bauwerk in die Bedeutungskategorie III oder IV fällt – etwa Schulen, Krankenhäuser oder größere Wohnanlagen mit weicher Talfüllung im Untergrund. In den Isarauen von Landshut kann die lokale Standortklasse C oder schlechter eine detaillierte Untersuchung nach DIN EN 1998-1 erforderlich machen.

Welche Untergrundklassen findet man im Stadtgebiet von Landshut?

Die Spanne reicht von Klasse B auf den hochgelegenen pleistozänen Schotterterrassen (z.B. rund um die Burg Trausnitz) bis hin zu Klasse C und lokal sogar D in den holozänen Auenlehmen und Flusskiesen nahe der Isar. Gerade die Übergangszonen zwischen den Terrassenkanten sind kritisch, weil sich hier die Tragfähigkeit und das Schwingungsverhalten auf kurze Distanz ändern.

Wie lange dauert eine vollständige Mikrozonierungskampagne?

Für ein Stadtquartier von etwa 1 km² rechnen Sie mit 4 bis 6 Wochen Feldarbeit plus 3 Wochen für die Datenprozessierung und Berichterstellung. Die reine Messzeit der passiven Arrays beträgt pro Standort etwa 45 Minuten, hinzu kommen die Logistik und die Einholung von Aufbruchgenehmigungen im innerstädtischen Bereich von Landshut.

Was kostet eine Mikrozonierung in Landshut ungefähr?

Die Kosten hängen stark von der Fläche und der erforderlichen Auflösung ab. Für ein einzelnes Baufeld mit H/V-Messungen und einer Array-Profillinie bewegen Sie sich im Bereich von €3.470. Eine flächendeckende Mikrozonierung eines ganzen Bebauungsplangebiets mit mehreren Arrays und einer Standortgefährdungsstudie liegt bei etwa €17.130.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Landshut und Umgebung. Mehr Info.

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