Der Tieflöffelbagger setzt die Schaufel an, fährt den Stiel aus und zieht die erste Lage Auelehm sauber ab – so beginnt in Landshut jede Schürfgrube. Anders als bei rotierenden Bohrverfahren bleibt das Bodengefüge ungestört, die Schichtenfolge ist direkt an der Grubenwand ablesbar. Bei einer typischen Tiefe zwischen 2,50 und 3,80 Metern dokumentieren wir den Aufbau vom Oberboden über den niederbayerischen Lösslehm bis zum Übergang in die quartären Isarkiese. Gerade im Stadtgebiet zwischen Hofberg und Isar, wo die jahrhundertealte Bebauung den Untergrund unberechenbar macht, liefert der offene Aufschluss eine Befundklarheit, die keine indirekte Sondierung ersetzen kann. Für tiefer reichende Fragestellungen kombinieren wir den Aufschluss mit der SPT-Bohrung, sobald die Tragschicht unter 4 Metern ansteht und die Rammsondierung belastbare Kennwerte liefern muss.
Eine Schürfgrube zeigt in 30 Minuten, was eine Rammkernbohrung in 3 Stunden nicht liefert: das ungestörte Gefüge, die wahre Lagerungsdichte und den tatsächlichen Schichtverlauf im Grenzbereich Isarterrasse.



