Ein Neubau mit zwei Untergeschossen in der Landshuter Altstadt. Der Aushub reicht knapp sechs Meter unter die Geländeoberkante, das Nachbargebäude steht nur drei Meter entfernt. Der Baugrund zeigt unterhalb von zwei Metern Auffüllung eine Wechsellagerung aus quartären Kiesen und tertiären Schluffen, typisch für das Isartal. Das Wasser steht bei 4,20 Metern an. Eine freie Böschung ist hier ausgeschlossen. Die Lösung lag in einer rückverankerten Trägerbohlwand mit einer wasserdichten Ausfachung, bemessen über einen Finite-Elemente-Ansatz mit dem Hardening-Soil-Modell. Die Verformungsprognose ergab horizontale Verschiebungen von unter 12 Millimetern – ein Wert, den die Setzungsempfindlichkeit der angrenzenden Bausubstanz gerade noch zuließ. Solche Randbedingungen sind in Landshut keine Seltenheit, und genau hier setzt die ingenieurtechnische Bemessung tiefer Baugruben an. Sie übersetzt Baugrund, Wasser und Geometrie in ein standsicheres und verformungsarmes System.
Eine Baugrubenwand in Landshuter Niederterrassenschottern kann standsicher sein und sich dennoch unzulässig verformen – erst die Verformungsprognose schafft Sicherheit für die Nachbarbebauung.



