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Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Landshut: Baugrundkenntnis als Grundlage

Baugrundgutachten, auf die Sie bauen können.

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Ein Neubau mit zwei Untergeschossen in der Landshuter Altstadt. Der Aushub reicht knapp sechs Meter unter die Geländeoberkante, das Nachbargebäude steht nur drei Meter entfernt. Der Baugrund zeigt unterhalb von zwei Metern Auffüllung eine Wechsellagerung aus quartären Kiesen und tertiären Schluffen, typisch für das Isartal. Das Wasser steht bei 4,20 Metern an. Eine freie Böschung ist hier ausgeschlossen. Die Lösung lag in einer rückverankerten Trägerbohlwand mit einer wasserdichten Ausfachung, bemessen über einen Finite-Elemente-Ansatz mit dem Hardening-Soil-Modell. Die Verformungsprognose ergab horizontale Verschiebungen von unter 12 Millimetern – ein Wert, den die Setzungsempfindlichkeit der angrenzenden Bausubstanz gerade noch zuließ. Solche Randbedingungen sind in Landshut keine Seltenheit, und genau hier setzt die ingenieurtechnische Bemessung tiefer Baugruben an. Sie übersetzt Baugrund, Wasser und Geometrie in ein standsicheres und verformungsarmes System.

Eine Baugrubenwand in Landshuter Niederterrassenschottern kann standsicher sein und sich dennoch unzulässig verformen – erst die Verformungsprognose schafft Sicherheit für die Nachbarbebauung.

Unsere Leistungsbereiche

Unser Ansatz

Der häufigste Fehler bei innerstädtischen Tiefbaumaßnahmen in Landshut ist die Unterschätzung der Steifigkeit des Stützsystems im Zusammenspiel mit dem Boden. Eine reine Tragfähigkeitsbetrachtung nach DIN EN 1997-1 (Eurocode 7) reicht nicht aus, wenn historische Bebauung oder empfindliche Infrastruktur angrenzen. Die Bemessung muss den Nachweis der Gebrauchstauglichkeit (GEO-2) führen, und das erfordert realistische Bodenkennwerte. Wir greifen dafür auf die Ergebnisse direkter Aufschlüsse zurück, etwa aus der SPT-Bohrung, um Lagerungsdichten zu quantifizieren, und kombinieren sie mit Laborversuchen zur Steifigkeit. Erst damit lassen sich Bettungsmodule und Mantelreibungswerte für Verpressanker oder Steifeträger so wählen, dass die rechnerische Verformung nicht zum kostspieligen Überraschungsposten wird. Ein weiterer kritischer Punkt: die Einbindetiefe der Wand in den anstehenden Tertiärschluff. Wird sie nur nach Erfahrung gewählt und nicht rechnerisch gegen hydraulischen Grundbruch nachgewiesen, droht bei Wasserzutritt ein Versagen der Baugrubensohle.
Geotechnische Bemessung tiefer Baugruben in Landshut: Baugrundkenntnis als Grundlage
Technische Referenz — Landshut

Standortspezifische Faktoren

Mit einer Einwohnerzahl von über 73.000 und wachsendem Siedlungsdruck wird in Landshut zunehmend in Bereichen gebaut, die geotechnisch anspruchsvoll sind: die Isarhangleiten im Norden, die Auenbereiche im Süden oder die innerstädtischen Nachverdichtungen auf heterogenem Untergrund. Der größte Risikofaktor bei tiefen Baugruben ist nicht die einzelne Böschung, sondern die Interaktion mit dem Grundwasser. Die quartären Schotter sind hoch durchlässig, der darunterliegende Tertiär oft gespannt. Eine unzureichend bemessene Auftriebssicherung oder ein fehlender Nachweis gegen hydraulischen Grundbruch können binnen Stunden zum Totalverlust der Baugrube führen. Hinzu kommt die Gefahr von Erosionsprozessen entlang von Ankerbohrlöchern, wenn keine Manschettenrohre eingesetzt werden. Im Landshuter Raum mit seinen engen Altstadtgassen ist zudem die Erschütterungsübertragung auf angrenzende Gebäude ein nicht zu unterschätzendes Kriterium – jede Rammung, jede Verdichtung muss hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf das Umfeld bewertet werden.

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Geltende Normen

DIN EN 1997-1:2014-03 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik), DIN EN 1997-1/NA:2010-12 (Nationaler Anhang zu EC7), DIN 1054:2010-12 (Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau, ergänzende Regelungen zu EC7), DIN 4124:2012-01 (Baugruben und Gräben – Böschungen, Verbau, Arbeitsraumbreiten), DIN EN 1537:2014-07 (Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau – Verpressanker)

Technische Daten

ParameterTypischer Wert
Baugrubentiefe (Bemessungsbereich)4,0 m bis > 15,0 m unter GOK
Typische Stützbauweise Landshut InnenstadtTrägerbohlwand, rückverankert oder ausgesteift
NachweisverfahrenEC7 GEO-2 / GEO-3 (FEM), alternativ Blüm-Theorie
Bodenmodell (FEM)Hardening-Soil / Mohr-Coulomb mit E50 aus CPT
Hydraulischer GrundbruchNachweis nach A.26 (DIN EN 1997-1/NA) bei großen Höhen
Verformungsgrenzwert (empfindliche Bebauung)≤ 10–15 mm horizontal, je nach Objekt
BemessungswasserstandHöchster gemessener Grundwasserstand (HGW), zzgl. Sicherheitszuschlag

Gängige Fragen

Welche Baugrundinformationen sind für eine FEM-Bemessung einer tiefen Baugrube zwingend erforderlich?

Für ein realistisches Finite-Elemente-Modell benötigen wir schichtbezogene Kennwerte: Wichte, effektive Kohäsion, Reibungswinkel und vor allem die Steifigkeit (E50-Referenzmodul). Diese lassen sich über Drucksondierungen (CPT) und SPT-Bohrungen gewinnen. Ebenso wichtig ist die Kenntnis des Bemessungswasserstands und der Durchlässigkeiten, um Porenwasserdruckverteilungen korrekt anzusetzen.

Mit welchen Kosten muss man für die geotechnische Bemessung einer tiefen Baugrube rechnen?

Die Honorarkosten für die ingenieurtechnische Bemessung einer tiefen Baugrube liegen im Raum Landshut, abhängig von Komplexität und Bauwerksklasse, typischerweise zwischen €1.810 und €6.480. Enthalten sind darin die numerische Modellierung, die Nachweisführung nach Eurocode 7 und ein erläuternder Bericht. Leistungen der Baugrunderkundung oder der Tragwerksplanung der Ausfachung sind separat zu betrachten.

Muss bei Baugruben in Landshut, die im Grundwasser liegen, ein wasserdichter Verbau ausgeführt werden?

Nicht zwingend, aber in den meisten Fällen ist es die wirtschaftlichere und sicherere Lösung. Eine offene Wasserhaltung in den Isarschottern kann enorme Pumpmengen erfordern und birgt das Risiko von Erosion und Setzungen im Umfeld. Ein wasserdichter Verbau mit Unterwasserbetonsohle oder eine Grundwasserabsenkung mit tiefen Brunnen sind Alternativen, deren Machbarkeit wir im Rahmen der Bemessung prüfen und bewerten.

Standort und Servicegebiet

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