Wenn wir in Landshut das Kernbohrgerät auf der Hangkante oberhalb der Isar ansetzen und die ersten Kerne aus dem Tertiärhügelland ziehen, sehen wir sofort, womit wir es zu tun haben: verwitterte Mergel, Lösslehmdecken, darunter oft tragfähige Sande und Kiese der Isarterrassen. Bevor hier eine Stützwand bemessung greifen kann, müssen wir die Schichtgrenzen exakt kennen – jede Unschärfe in der Bodenansprache rächt sich später im Lastbild. In unserer Erfahrung aus Projekten entlang der Hanglagen von Schönbrunn bis Achdorf reicht eine rein schematische Bemessung nie aus. Wir kombinieren die Bohrkernaufnahme vor Ort mit dem Sondierungswiderstand der Rammsonde, um die Lagerungsdichte direkt am zukünftigen Wandfuß zu verifizieren. Die Stützwandbemessung selbst führen wir dann nach DIN EN 1997-1:2009 mit dem nationalen Anhang DIN EN 1997-1/NA:2010, abgestimmt auf die spezifischen Bodenkennwerte, die wir aus unseren Labors in Niederbayern erhalten.
Eine Stützwand in den Isarhängen muss mehr können als Erddruck aufnehmen – sie muss mit wechselnden Wasserständen und quellfähigen Mergeln zurechtkommen, ohne dass der Korpus Risse schreibt.



